Hypothermie – Stadien, Symptome & ihre Auswirkung

Hypothermie Beitragsbild

Durch eine Hypothermie entsteht unter anderem blasse, fahle und kalte Haut, zittern am ganzen Körper, blaue Zehen, Finger und Lippen, gesteigerte oder verminderte Atemfrequenz, Bewusstseinsveränderungen bis hin zur Bewusstlosigkeit. All diese körperlichen Reaktionen können bei einer Unterkühlung auftreten. Umso schneller Betroffene behandelt werden, umso besser zeigt sich die Prognose.

Allerdings kann es auch zu Komplikationen wie Gehirnschäden und Koma kommen. Im schlimmsten Fall droht bei Hypothermie sogar der Tod.

Was ist eine Hypothermie?

Hypothermie bezeichnet die Unterkühlung des menschlichen Körpers in seiner Kerntemperatur (36 Grad), beispielsweise aufgrund von einem längeren Aufenthalt im Freien bei Minustemperaturen oder durch das Tragen von nasser oder wenig Kleidung. Kam es in früheren Zeiten häufiger zu einer Unterkühlung, begrenzen sich die vorkommenden Fälle heute meist auf Obdachlose oder Unfallopfer in kalten Regionen.

Die Hypothermie ist nicht zwangsläufig mit einer Erfrierung gleichzusetzen, da es sich um zwei unterschiedliche Gesundheitsschäden durch Kälte handelt.

Was passiert bei einer Unterkühlung?

Was passiert bei einer UnterkühlungIm Inneren des menschlichen Körpers herrscht eine durchgehende Kerntemperatur zwischen 36 und 37 °C. Mittels eines komplexen Regulierungssystems, hält der Körper auch bei mäßigen Temperaturschwankungen der Umgebung die Kerntemperatur konstant. Sobald die Körpertemperatur anfängt, unter diesen Wert zu sinken, sprich unter 35 °C, wird von einer Hypothermie gesprochen.

Bei einer Kerntemperatur zwischen 35 und 32 Grad Celsius versucht der Körper durch das Zittern lassen der vorhandenen Muskeln, zusätzliche Wärme zu erzeugen. Sämtliche Blutgefäße von Gliedmaßen wie Ohren, Nase, Zehen und Finger fangen an, sich zusammenzuziehen, damit der nötige Blutdruck für die lebenswichtigen Organe sichergestellt werden kann.

Innerhalb der äußeren Körperteile verringert sich allerdings die Durchblutung massiv, weshalb die Haut blass und kalt wird. Mediziner sprechen hierbei von der sogenannten äußeren kalten “Körperschale”. Zudem wird Hypothermie in Stadien unterteilt.

Stadien der Hypothermie und ihre Symptome

Kommt es zu einer Unterkühlung des Körpers, dann wirkt sich dieser Zustand auf den kompletten Organismus. Abhängig von verschiedenen Faktoren und Symptomen, unterscheiden Ärzte Hypothermie in mehrere Schweregrade.

Leichte Unterkühlung

Die leichte Unterkühlung fällt unter den Schweregrad I und betrifft Kerntemperaturen zwischen 35 und 32 °C. Innerhalb dieser Einstufung werden keine Spätfolgen erwartet und die Kerntemperatur kann schnell wieder auf das Normalmaß erhöht werden. Betroffene leiden trotzdem unter kalter und blasser Haut mit einhergehenden Schmerzen. Sie befinden sich in der Regel in einem bewussten und erregten Zustand. Folgende Symptome zeigt die Hypothermie im ersten Schweregrad:

  • Zittern/Frösteln
  • erhöhter Puls/Blutdruck
  • tiefe Atmung
  • blasse, kühle mitunter auch leicht geschwollene Hautpartien
  • Schmerzempfindungen

Mittelgradige Hypothermie

Beim Schweregrad II der Unterkühlung handelt es sich bereits um ein gefährlicheres Stadium und bedarf unverzüglicher Erste-Hilfe-Maßnahmen. Die Kerntemperatur ist hier auf 32 bis 28 Grad Celsius herabgefallen, weshalb bei Betroffenen unter anderem Bewusstseinsstörungen und Schläfrigkeit erkennbar sein können. Außerdem kommt es zu einer herabgesetzten Schmerzempfindlichkeit. Folgende Symptome zeigt die Hypothermie im zweiten Schweregrad:

  • bläulich-gräulich verfärbte Haut
  • niedriger Puls/Blutdruck
  • Bewusstseinsstörungen/Schläfrigkeit
  • herabgesetzte Empfindlichkeit gegenüber Schmerzen
  • mögliche Erfrierungen von Körperteilen (erkennbar erst nach Aufwärmung)
  • Herzrhythmusstörungen möglich
  • Rötungen, Blasenbildung und Schwellungen der Haut möglich

Schwere Unterkühlung

Ist die Körpertemperatur unter 28 °C gefallen, sprechen Ärzte von schwerer Unterkühlung und dem dritten Schweregrad der Hypothermie. Dieser Zustand ist akut lebensbedrohlich und bedarf sofortiger medizinischer Hilfe. Das durch die Unterkühlung entstandene Ausmaß kann oft erst nach einigen Tagen oder sogar Wochen ausgemacht werden. Sehr häufig ist entsprechend der Kälte ausgesetztes Gewebe abgestorben, genau wie es bei Gliedmaßen der Fall sein kann. Folgende Symptome zeigt die Unterkühlung im dritten Schweregrad:

  • eingetrocknete schwarze Haut/hartes Unterhautzellgewebe
  • abgestorbene Gliedmaßen/abgestorbenes Gewebe (Nekrose)
  • Gefühllosigkeit innerhalb der betroffenen Körperbereiche
  • Bewusstlosigkeit
  • kaum feststellbarer Blutdruck/Puls
  • kaum Atmung
  • Herzrhythmusstörungen
  • Atem- und Kreislaufstillstand
  • verminderte Hirnaktivität (EEG)

Was sind die Folgen einer Hypothermie?

Die Folgen einer Unterkühlung richten sich maßgeblich nach dem Schweregrad der Hypothermie und der sachgemäßen und zeitnahen Behandlung. Betroffene können unter Erfrierungen jeglicher Art leiden, welche sogar eine Amputation nach sich ziehen können. Innerhalb des ersten Schweregrades und einer frühen Behandlung sind die Prognosen entsprechend gut, sodass mit keinen Spätfolgen zu rechnen ist.

Eine Unterkühlung im Schweregrad II und III kann eine langfristige Abheilung und stationäre Behandlung im Krankenhaus zur Folge haben. Etwaige Wundstellen durch Erfrierungen können Narben hinterlassen und durch aufgeplatzte oder gerissene Blasen können Bakterien eindringen, was wiederum zu einer Infektion führen kann. Außerdem kann es während des Behandlungsverlaufs zu Komplikationen kommen, wie beispielsweise:

  • Hautverfärbungen
  • Verdickung des Blutes bis hin zu einer venösen Thrombose
  • Ödeme können sich bilden
  • Schwund von Gewebe (Hautatrophie)
  • Frostbeulen
  • Wundinfektionen

Kann eine Unterkühlung Haarausfall verursachen?

Eine Hypothermie kann abhängig vom Schweregrad, den gesamten menschlichen Organismus betreffen. So kann es bei einer Unterkühlung auch passieren, dass die Haare ausfallen. Die Gefäße in der Kopfhaut können sich nämlich ebenfalls zusammenziehen, weshalb auch an dieser Stelle die Durchblutung schlechter wird. Die für die Haarwurzeln elementaren Nährstoffe kommen dann nur sehr vermindert oder sogar gar nicht dort an. Im ersten Schritt wird das Haar spröde und trocken, bevor es dann am Ende gänzlich ausfällt.

Mit der richtigen Haarpflege bzw. mit den richtigen Haarpflegeprodukten, können Sie allerdings dagegen angehen. Spezielle Shampoos und Seren helfen Ihnen dabei, den Nährstoffhaushalt Ihrer Haare wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Der Haarausfall aufgrund der Hypothermie hört dann nicht nur auf, sondern auch der Haarwuchs wird entsprechend angeregt.

Maßnahmen bei Hypothermie


Wie bei den meisten Erkrankungen kommt es bei einer Unterkühlung darauf an, in welchem Stadium sich der Betroffene befindet und wie schnell die ersten Maßnahmen zum Dagegenwirken begonnen haben. Hypothermie bedarf allerdings einem ganz besonders vorsichtigem Vorgehen, gerade in Hinblick auf die Erste-Hilfe-Maßnahmen. Unterkühlte Personen dürfen niemals zu schnell aufgewärmt werden, indem sie beispielsweise heiß gebadet werden.

So kann es schnell zu einem Kreislaufkollaps kommen, welcher den Tod bedeuten könnte. Besonders betroffene Körperteile dürfen nicht massiert oder bewegt werden. Die Körpertemperatur muss langsam aber stetig erhöht werden. Gezuckerte warme Getränke eignen sich hierzu optimal.

Wann sollte man bei einer Unterkühlung zum Arzt?

Bei einer Hypothermie sollte unabhängig vom Schweregrad immer ein Arzt aufgesucht werden. In den Fällen Schweregrad I und II ist eine medizinische Behandlung selbstverständlich unumgänglich, da es hier um Leben und Tod gehen kann. Die Begutachtung durch einen Arzt sollte aber auch bei einer leichten Unterkühlung stattfinden. Mittels spezieller Untersuchungen wie die Überprüfung der Hirnaktivität durch ein EEG, können Mediziner Spätfolgen entweder ausschließlich oder weitere Behandlungsmaßnahmen in die Wege leiten.

Abschließende Worte

Dass Menschen sich in der heutigen Zeit unterkühlen, kommt Gott sei Dank, vergleichsweise selten vor. Kommt es aber dann doch dazu, ist schnelles und fundiertes Handeln angesagt. Nur mit den richtigen Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt können mögliche Amputationen und andere Folgen der Hypothermie verhütet werden.

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